Eine Woche Bild und Spiegel: Der schwarz-rot-goldene Durchblick und sein täglich Brot aus Dummheit, Moral und Hetze
1. Intellektuelle, die Bild als Käseblatt für Doofe verachten, üben Niveau-Kritik, ohne den Inhalt anzutasten. Bild agitiert seine Leser, die zu den Minderbemittelten dieser Welt von Geschäft und Gewalt gehören, für die schädliche Dummheit der Anpassung. Sieht alles durch die Brille der nationalen Moral. Erledigt die patriotische Hetze gegen Schwarzarbeiter und Ausländer. Sorgt für den ideellen Lohn des anständigen Bürgers.
2. Darum merken Spiegel-Leser auch nicht, dass sie die selbe Moral mit Soße, nur niveauvoller, konsumieren. Das Nachrichtenmagazin für Schlaue liefert Hintergründe, keine Gründe. Macht seinen Kunden saudumme, weil verantwortliche Sorgen um den Geld-, Macht- und Kultur-Standort D. Geißelt in liebevoll aufbereiteten Skandalen den Missbrauch von politischer und ökonomischer Herrschaft. Pocht auf heftigen Gebrauch der Ämter zum Wohle der Nation. Bietet der lesenden Elite eine geistige Heimat.
3. Beide vertreten den selben Standpunkt: WIR haben ein Recht auf Erfolg. Die freie Presse gibt Leuten jeden Standes die Gewissheit, dass alle redlichen Anliegen in diesem Lande bestmöglich aufgehoben sind. Lässt sie den Zuständigen auf die Finger schauen und die Daumen drücken. Bedient das urdemokratische Anliegen, sich in der Phantasie in alles einzumischen, um sich in der Wirklichkeit aus allem auszumischen.
4. Die Mächtigen brauchen und mögen solch gebildete Patrioten: Staatsbürger, die bei allen angesagten Affären distanzlos mitfiebern. Die sich für Erfolg und Anstand von Amts- und Würdenträgern interessieren wie für Siege und Niederlagen des „kleinen Mannes“, der seinem Recht auf Glück nachjagt. Die mit konstruktiver Kritik nicht geizen. Die zu jedem Scheiß, der ihnen zu schaffen macht, eine MEINUNG haben.
5. Keine „Manipulation“! Die demokratische Gleichschaltung der Köpfe beruht auf einer Gewohnheit des Denkens: die herrschenden Lebensumstände zuversichtlich und stur mit einer guten Gelegenheit des eigenen Erfolgs zu verwechseln. Die Öffentlichkeit bildet und fördert das notwendig falsche Bewusstsein der Massen.
Diese Thesen werden auf der Veranstaltung anhand der Bild-Zeitung vom Tage und des Spiegel der Woche erläutert und zur Diskussion gestellt.
Referent: Manfred Freiling, Redaktion GegenStandpunkt
Donnerstag, 3.12.2009, 19:00 Uhr
Bürgerwache am Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld (Stadtplan)
