Archiv für Juli 2012

Euro gegen Dollar

Fortschritte in der Krisenkonkurrenz der Weltwirtschaftsmächte

Ein Euro-Krisengipfel jagt den nächsten. Mit Billionen-Krediten finanzieren die vergleichsweise starken Nationen klamme europäische Staatshaushalte und Banken, um die Zahlungsunfähigkeit nennenswerter Teile der europäischen Kreditbranche, am Ende ganzer Staaten, zu unterbinden. Sie wollen so den Euro-Raum insgesamt und das Geld, in dem dort gewirtschaftet wird, in Kraft halten.

Dafür hat die Regierung in Berlin einen alles entscheidenden Grund, der in den offiziellen Begründungen – von wegen „Stabilitätskultur“ und so – allerdings mehr verschwiegen als offensiv geltend gemacht wird: Es geht um die Macht des europäischen Kredits und die Geltung des europäischen Kreditgelds in der Konkurrenz mit dem immer noch führenden Weltgeldschöpfer Amerika. Das Regime über Europas Finanzen, so wie es die deutsche Seite haben will, dient der Durchsetzung des Euro im Weltkapitalismus als mindestens ebenbürtige Alternative zum US-Dollar. Im Euro fasst sich der ökonomische Sinn und Zweck des EU-Bündnisses zusammen.

Aus der Sicht der führenden amerikanischen Politiker betreibt Europa mit seiner Art der Krisenbewältigung politische Sabotage am von Amerika immer wieder angemahnten Weg, mit der unbegrenzten Schaffung von Liquidität durch die Zentralbank die Krise zu entschärfen und zugleich das Wachstum zu fördern. So bleiben die europäischen Märkte laut Obama und Clinton wesentliche Leistungen für die amerikanische Wirtschaft und ihren Außenhandel schuldig ‑ und sie unterminieren damit die amerikanische Sonderstellung auf dem Globus.

Das ist also, inmitten der Krise, eine Währungs- und politische Konkurrenz auf höchster Ebene. Darüber wird auf der Veranstaltung zu sprechen sein.

am Dienstag, 10. Juli 2012, 20:00 Uhr
im AJZ-Bielefeld (Kino), Heeper Straße 132