Nationale Atompolitik: Der Wahnsinn hat Methode!

Die Staaten haben aus Harrisburg nichts gelernt –
die Staaten haben aus Tschernobyl nichts gelernt –
was lernen sie aus Fukushima?

Nukleare Katastrophen gab es schon mehrmals, stets entbrannte danach eine Debatte über die Sicherheit der offenbar unbeherrschbaren Technologie. Zur Abschaltung der Atomkraft hat aber noch kein GAU geführt. Stattdessen setzen die Regierungen beständig darauf, dass der „Größte Anzunehmende Unfall“ und Schlimmeres, das sie längst haben definieren und ausrechnen lassen, schon nicht eintreten wird. Ihre Fachleute schätzen das Risiko solcher Katastrophen ab und weisen ihm eine – sehr kleine – Wahrscheinlichkeit zu, die man dann großzügig ignoriert.. Da stellen sich uns dann aber doch ein paar Fragen:

- Warum waren die Staaten, zumindest bisher, so scharf auf Kernkraftwerke? Nur damit unsere Wohnungen warm sind und die Handys Saft haben? Dafür wäre diese Energiequelle viel zu riskant! Denn wenn der Katastrophenfall eintritt, steht die betroffene Nation mehr oder weniger da wie nach einem verlorenen Krieg: Nein, der Nutzen, der das gewusste „Restrisiko“ atomarer Verseuchung von Natur & Mensch wert war, ist einige Nummern größer: Ein ziviles Atomprogramm gilt weltweit als unverzichtbares Mittel in der Standort-Konkurrenz der Nationen.

- „Umdenken“ wegen Japan? Woher die plötzliche Erkenntnis, Kernkraft sei doch „unsicherer“ als gedacht? Es ist schon irre, was erst passieren muss, damit Politiker „Alternativen“ erwägen bzw. forcieren: Im Angesicht drohender Unbewohnbarkeit des Landes und Ungenießbarkeit von Lebensmitteln gibt ihnen die Unbenutzbarkeit ihres Volkes und ihres Territoriums zu denken! Und die jetzige „Neubewertung von Nutzen und Sicherheit“? Das deutsche Moratorium sagt offen die Bedingungen, unter denen ein „Ausstieg“ in die Tüte kommt: Wenn die Stromwirtschaft ihre Gewinne anders machen kann, wenn nationale Versorgungssicherheit gesundheitsschonender zu haben ist, dann ist eine „Wende“ in der Energiepolitik möglich! Bei kürzeren Laufzeitgrenzen ist das als „unvertretbar“ erkannte Restrisiko dann auch wieder voll vertretbar.

Vortrag und Diskussion mit einem Redakteur der Zeitschrift „GegenStandpunkt“.

Dienstag, 12. April 2011, 19.00 Uhr
im AJZ (Kinosaal), Heeper Str. 132 in Bielefeld