Konsum im Kapitalismus

„König Kunde“ und die Wohlstandsgesellschaft

Was über den Konsum vermeldet wird, ist so merkwürdig wie aufschlussreich: Des Öfteren muss er z.B. „angekurbelt“ werden, wird von den Machern der Nation gefordert, damit das Wachstum vorankommt. Offenbar ist er nicht Zweck der Gesellschaft, sondern ein Mittel, um Geschäfte in Gang zu bringen und zu halten. Als Anschub kommt denn auch eine Größe auf keinen Fall in Betracht: mehr Einkommen der arbeitenden Menschheit. Warum eigentlich?

Und manche meinen die Diagnose „Konsumgesellschaft“ sogar kritisch, finden, dass es den Leuten materiell viel zu gut geht und dass die Befriedigung ihrer Bedürfnisse sie an ein System kettet, das wir gar nicht so unvernünftig fänden, wenn es denn leisten würde, was ihm da als sein Übel nachgesagt wird.

Unversehens finden sich Menschen, die nicht recht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, in einer „Überflussgesellschaft“ wieder. Der Konsument – in seinen Entscheidungen frei, aber durch sein Einkommen beschränkt – soll mit dem, was er sich privat leistet, überhaupt für alle möglichen Übel wie Umweltschäden usw. mitverantwortlich sein, mit seiner „Konsumentenmacht“ diese aber auch korrigieren können – per Einkauf. Das ist theoretisch verkehrt und praktisch wirkungslos.

*

Wir wollen uns auf unserem Diskussionstermin mit den gängigen Ideologien zu Wohlstands-, Wegwerf- und Überflussgesellschaft beschäftigen und eine Kritik der Konsumkritik durchführen, sowie über die perverse Rolle aufklären, die der Konsum in der „Konsumgesellschaft“ tatsächlich spielt.

Diskussionstermin der AG Analyse und Kritik

14. September 2010, 19.00 Uhr
AJZ Bielefeld, Heeper Str. 132


1 Antwort auf “Konsum im Kapitalismus”


  1. 1 contradictio.de » Veranstaltungen » 14.09.10 / Bielefeld / Konsumgesellschaft Pingback am 09. September 2010 um 22:59 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.