9 Jahre Putin: Konkurrenzansagen aus Russland

Über ein Kampfprogramm zur ökonomischen Durchsetzung auf dem Weltmarkt und der Beteiligung an imperialistischen Gegensätzen.

Zum Ende seiner Amtsführung als Präsident wird Putin noch zum Mann des Jahres 2007 ernannt, was, wie Time Magazine eigens betont, nicht als Kompliment zu verstehen ist; auch Hitler und Stalin hätte man zu ihrer Zeit auf diese Weise ausgezeichnet. Die Bedeutung, die man Putin zugesteht, die Beurteilung seiner Leistungen liegt also, wie die subtile historische Bezugnahme nahelegt, eher im negativen Bereich: Erstens wirft man ihm den Rückfall in die Staatswirtschaft vor, Verstöße gegen die Regeln der Marktwirtschaft und die Freiheit des Eigentums; zweitens sieht man ihn schon wieder auf dem Weg in die Diktatur, und drittens nimmt man ihm das Großmachtgehabe übel, mit dem er gegenüber der Nachbarschaft und dem Rest der Welt antritt. Eingehandelt hat sich Putin diese Vorwürfe, weil er erstens die kapitalistische Reichtumsproduktion für sein Staatswesen zum Funktionieren bringen will, zweitens einen schlagkräftigen Staatsapparat aufbaut und drittens für beides von der Staatenwelt Respekt verlangt. Und wer sich als Staatsmann so etwas vornimmt und in die Tat umsetzt, der hat ein Kampfprogramm aufgelegt, das sich von der Durchsetzung in der Konkurrenz auf den Weltmärkten bis hin zur Beteiligung an den imperialistischen Gegensätzen der höchsten Güteklasse erstreckt.

Diskussionstermin der AG Analyse und Kritik

Mittwoch, 2.7.2008, 20.00 Uhr
Bürgerwache am Siegfriedplatz (Raum 07), Rolandstr. 16, Bielefeld

*

Von der Demontage der Sowjetunion zur
Wiederherstellung einer Weltmacht

Seminar zur Lage in Rußland

Thesen (PDF-Datei)

4.7. – 6.7.2008, Beginn: Freitag, 20.00 Uhr
Bürgerwache am Siegfriedplatz (Raum 104), Rolandstr. 16, Bielefeld (Stadtplan)

Literaturtips:

9 Jahre Wladimir Putin: Konkurrenzansagen aus Rußland, in Gegenstandpunkt 1-08

Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow. Von der Reform des ‚realen Sozialismus‘ zur Zerstörung der Sowjetunion. München 1992.