Die Vorkriegsdiplomatie des Westens gegen Iran

Massenvernichtungswaffen – nur für uns!

Noch ist der kriegerische Machtwechsel im Irak nicht annähernd zum Erfolg gebracht, schon wird der Krieg gegen den Iran vorbereitet – nach haargenau demselben Muster. Jetzt bezichtigen die USA und in ihrem Gefolge auch die Europäer die Islamische Republik Iran, sich die Sorte Waffen beschaffen zu wollen, die ein Staat heute braucht, wenn er sich der Diktate und Überfälle von Seiten der amerikanischen Supermacht, ja sogar von Seiten des kleinen Israel erwehren oder wie diese gestaltend in seine Umgebung hineinwirken will.

Ob es überhaupt so ist, daß Iran an Atomwaffen oder ihren technischen Grundlagen bastelt, ist für die Eskalation der Konfrontation mit ihm schon unwichtig. Nichts zur Sache tut auch der Umstand, daß Iran durch den Atomwaffensperrvertrag, den er unterzeichnet hat und respektiert, ausdrücklich zur technischen Beherrschung des atomaren Brennstoffkreislaufs, d.h. zur Anreicherung von Uran berechtigt ist. Das große „Wir“, der Westen, misstraut der islamischen Republik. Deshalb gelten ihre internationalen Rechte nichts. „Wir“ bestehen auf einer Garantie, daß der Iran im Stand der Wehrlosigkeit gegenüber amerikanischen, europäischen und israelischen Atombomben bleibt. „Wir“, heißt es, dürfen uns niemals von iranischen Waffen terrorisieren lassen, dürfen nie in die Lage geraten, wegen militärischer Möglichkeiten der Iraner Rücksicht auf ihre Ansprüche zu nehmen und ihnen Zugeständnisse machen zu müssen. – Nur mit Staaten, bei denen es sich umgekehrt verhält, können „Wir“ in Frieden leben.

Frage: Wer terrorisiert hier wen? Und warum?

Vortrag und Diskussion
am Freitag, 17. März 2006, 20.00 Uhr
Bürgerwache am Siegfriedplatz (Weststraße) in Bielefeld (Erdgeschoß)