Der Streit zwischen der Ukraine und Russland um Gas und seinen Preis

Sind wir zu abhängig?“ – „Wie steht es um die Versorgungssicherheit?“:
Europas Anspruch auf einen strategischen Rohstoff in den Händen der russischen Macht

Ein Erdgas-Krieg zwischen Russland und der Ukraine hält um die Jahreswende die hiesige Öffentlichkeit in Atem. Dass es bei diesem Streit nicht um eine gewöhnliche Preisfrage geht, ist allen Beobachtern in Politik und Medien sofort klar. Die Forderung der russischen Gazprom – deren Preispolitik gegenüber den Staaten der ehemaligen Sowjetunion bisher vom Westen stets als marktwidrige Verzerrung des Preisgefüges gescholten wurde – nach Anhebung der Lieferpreise für die Ukraine auf ein Weltmarktniveau wird umgehend als unglaubwürdig eingeordnet. Der Fingerzeig auf Weißrußland – wo nur 46 Dollar fällig sind – ist völlig ausreichend für die Entlarvung, daß Russland die ihm gewogenen Staaten mit politischen Preisen belohnt und abtrünnige wie die Ukraine bestraft.

Machtpolitik mit Energie, einem Rohstoff, in dem ganz selbstverständlich eine eminent strategische Bedeutung entdeckt wird, ist bei Russland immer zu befürchten. Dabei steht russischen Politikern der Gebrauch der Energieressourcen gemäß ihrer Interessen einfach nicht zu, weil damit unsere Energieversorgung gefährdet sein könnte: „Erst die Ukraine, dann wir?“ (Die Zeit, 29.12.2005). Die billigen Entlarvungen des Bösewichts Putin von „Bild“ bis „Spiegel“ lenkt dabei schon ein wenig von der Streitsache ab, die im „Erdgas-Krieg“ geltend gemacht wird, und mit dem Kompromiß auf 90 Dollar sicher nicht erledigt ist.

Ein Versuch der Klärung soll auf dem Diskussionstermin erfolgen.

Vortrag und Diskussion
am Dienstag, 14. Februar 2006, 20.00 Uhr
in der Bürgerwache am Siegfriedplatz (Weststraße) in Bielefeld