Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!

– Was denn sonst? So funktioniert Kapitalismus!
5 Millionen Arbeitslose in Deutschland – die systemgemäße Konsequenz hochproduktiver Arbeit

Endlich darf man es wieder sagen. Kritikloses Akzeptieren des Systems und seiner Sachzwänge war gestern; heute – Münte sei Dank – ist Kapitalismuskritik; und eine überaus populäre dazu: 74% der Deutschen sind mit dem SPD-Chef der Meinung, dass die Macht des Kapitals zu groß und das Verantwortungsbewusstsein der Kapitalisten zu klein ist. Höchste Zeit, dass wir uns anhängen. Wir machen seit Jahren Kapitalismuskritik – und kein Schwein hört zu. Irgend etwas machen wir falsch: Längst hätten wir vor Heuschrecken warnen sollen, die über gute deutsche Kapitalgesellschaften herfallen; hätten überhöhte Managergehälter anprangern sollen, die unfein gestiegen sind im Vergleich zu den Löhnen, die sinken müssen. Längst hätten wir ein anständiges Ethos der Unternehmer einklagen sollen – dann wäre die antikapitalistische Bewegung in einem besseren Zustand und die Übel der freien Marktwirtschaft wären längst abgeschafft.

Vermutlich. Aber uns fällt so etwas Zündendes eben nicht ein, sondern immer nur unser alter Käse. Als der kürzlich erschienene Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wieder einmal feststellte, dass Armut wie Reichtum zunehmen, haben wir einfach keine Pflichtverletzung der Unternehmer in dieser Entwicklung entdeckt und sind auch nicht auf die Idee gekommen, dass amerikanische Hedge-Fonds daran schuld sind. Stattdessen vertreten wir die langweilige Auffassung, wachsende Armut sei die notwendige Konsequenz des kapitalistischen Fortschritts. Armut sei nur die andere Seite wachsender Profite, des Reichtums eben, um den es im Lande geht.

Den Beweis für diese nicht gerade taufrische Erkenntnis will schon wieder niemand mehr hören. An ihr hängt ja auch nichts – außer der Frage, ob wir die Kapitalisten an ihre Fürsorgepflicht für ihre Dienstkräfte ermahnen oder ob wir sie davonjagen müssen.

Vortrag und Diskussion mit Dr. Peter Decker (Redaktion Gegenstandpunkt)
Mittwoch, 1. Juni 2005, 19.00 Uhr
Universität Bielefeld


2 Antworten auf “Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!”


  1. 1 andreas wittmann 25. Juni 2006 um 0:27 Uhr

    durch die profitsucht der reichen werden milionnen

    von arbeits-plätzen vernichtet

    wenn nur noch aktien zählen dann sind wir jenseits von

    eden die politiker sind marionetten oder gekaufte

    und von der wirtschaft bestochene volks vertreter

    irgendwann wwerden die reichen um ihr leben fürchten

    müßen

  2. 2 Peter Michalicka 28. März 2011 um 10:11 Uhr

    Das BIP der BRD betrug 1970 ca. 360.600 Mio. Euro und es gab 21.395.000 Erwerbstätige mit einem durchschnittlichem Nettolohn von Euro 5.469 (Volkseinkommen 4.625 Euro) daher wurden 32.45% vom BIP an Nettolöhnen (27.44% vom Volkseinkommen) ausbezahlt.

    Das BIP der BRD betrug 2008 ca. 2.491.400 Mio. Euro und es gab 34.242.000 Erwerbstätige mit einem durchschnittlichem Nettolohn von Euro 17.913 (Volkseinkommen 22.982) daher wurden nur 24.62% vom BIP an Nettolöhnen (31.59% vom Volkseinkommen) ausbezahlt.

    Quellen: BM für Arbeit und Wikipedia – Volkseinkommen Österreich

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