Die Krise des europäischen Projekts

und ihre Produktivkraft für den Machtkampf der EU-Nationen

- Wem gebührt die Macht über das Geld Europas?
- Wer schafft die strategische Macht (über) Europa?
- Von welcher europäischen Machtordnung profitiert welche Nation?

Europas vereinigte Vaterländer haben es weit gebracht mit ihrem Projekt, zu einer gemeinsamen Macht, einem dominierenden Zentrum der Weltwirtschaft und einem ernstzunehmenden Konkurrenten beim Beaufsichtigen der Staatenwelt aufzusteigen, ohne ihre nationale Souveränität wirklich aufzugeben. Dabei konkurrieren sie nicht nur auf die verlogenste Art mit den USA, sondern auch im Namen eines gemeinsamen Europa mit und gegeneinander darum, dieses Gebilde ihren nationalen Vorstellungen gemäß auszugestalten. Derzeit dreht sich der Streit um die fundamentalen Mittel und die grundlegende politische Ausrichtung, die ihren Staatenbund zu durchschlagenden Erfolgen beim Weltgeschäft und beim Weltordnen befähigen sollen: Geld, militärische Schlagkraft, strategische Positionierung, verfassungsmäßig gesicherte Entscheidungsgewalt. All das läuft für die großen Nationen, die sich dazu berufen sehen, die Führungsrolle zu übernehmen, immer dringlicher auf die Frage hinaus, wie und ob es ihnen gelingt, sich als europäische Vormacht zu etablieren und die anderen Mitgliedsstaaten unterzuordnen.

Vortrag und Diskussion
Freitag, 18. Juni 2004, 20.00 Uhr
Bürgerwache am Siegfriedplatz, Weststraßein Bielefeld